Monotypien

Maltechnik aus dem 17. Jahrundert,
die Monotypie

Viele Werke von Jo Nin basieren auf Gouache, Aquarellkreide, Tusche und Pastell. Eine besondere Maltechnik hat Jo Nin aber über die letzten Jahrzehnte immer wieder verfeinert, die Monotypie. In dieser Technik setzt er vorallem seine Aktskizzen um, die er zuvor mit Aquarellstift, Grafitstift oder Tuschepinsel skizziert hat. Viele seiner Werke sind in den beiden Bänden 1 und 2 des Werkverzeichnis abgebildet.

Die Monotypie ist eine Maltechnik der Bildenden Kunst, die Giovanni Benedetto Castiglione, aus Genua stammend, im 17. Jahrhundert erfand. Die Monotypie ist ein kombiniertes Verfahren, bei welchem zuerst eine Ölfarbe im gewünschten Farbton und idealer Viskosität angemischt und auf eine Metallplatte flächig aufgebracht wird. Anschliessend erfolgt der seitenverkehrte Zeichen-, Mal- und Pressvorgang von der Rückseite des Grundmaterials, zum Beispiel auf Papier oder Karton, welches das Kunstwerk auf der Vorderseite erzeugt.

Die Monotypie („ein einziges Bild“) ist ein Original, es ist nicht möglich ein zweites identisches Bild herzustellen, wie dies bei einer herkömmlichen Druckgrafik möglich wäre.

Jo Nin verwendet hochviskose und transluzente Ölfarben und mischt diese selbst an. Stimmt der Farbton und die Viskosität, wird die Farbe mit einer Spachtel auf die Metallplatte aufgebracht und einer Gummiwalze möglichst gleichmässig ausgewalzt. Danach legt er den Malgrund auf die eingefärbte Platte. Als Malgrund verwendet Jo Nin entweder Buchdruckpapier mit einer rauhen Oberfläche oder einen leichten Karton. Anschliessend malt er das eigentliche Gemäldemotiv. Der hierbei ausgeübte Anpressdruck auf das Malwerkzeug, wie Graphitstift oder Pastelkreide, erzeugt auf der Rückseite des Malgrunds das finale Motiv in Ölfarbe. Scharfzeichnende Linien werden durch einen feinen oder stumpfen Graphitstift gemalt, während weiche Verläufe durch flächiges sanftes Pressen mit dem Handballen oder Textil entstehen. Signiert wird das Gemälde entweder seitenverkehrt beim Malvorgang, oder anschliessend seitenrichtig auf der Vorderseite.

Mehrfarbige Monotypien entstehen durch wiederholte Mal- und Pressvorgänge auf unterschiedlich eingefärbte Metallplatten. Hierbei ist auf die zusätzliche Farbmischung der transluzenten Ölfarben zu achten, welche sich farblich addieren.

Die generelle Schwierigkeit besteht darin, dass Jo Nin seine gemalten Linien und Flächen im Original erst dann sieht, wenn die Arbeit beendet ist und er den Malgrund von der letzten Metallplatte aufnimmt. Entscheidenden Einfluß hat die Viskosität der Ölfarbe, die Oberflächenstruktur des Kartons oder des Papieres und die Art der Zeichnung selbst. Sie führen zu einzigartigen Bildern – im wahrsten Sinne des Wortes, denn es sind Unikate.

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